Heimat- und Geschichtsverein Dornheim 1986 e.V.

Vereinsgeschichte

Am 5. Mai 1986 gründeten 18 Dornheimer Bürgerrinnen und Bürger den Heimat- und Geschichtsverein in der Gaststätte "Zum Alten Brauhaus" in Dornheim. Der erste Vorstand bestand aus:

dem Vorsitzenden Ernst Spalt  (verstorben),
dem Stellvertretenden Vorsitzenden   Gerhard Hasenzahl  (verstorben),
dem Schatzmeister Werner Appel und
dem Schriftführer Philipp Buss.

 Die gewählten 7 Beiratsmitglieder bei der Gründung des Vereins waren:

Wolfgang Köhler,
Heinrich Schneider (verstorben),
Werner Jährling,
Albert Anton,
Dieter Schmitt (verstorben),
Ludwig Luckhardt (verstorben) und
Margarethe Kraft (verstorben).

Eine der ersten Veranstaltungen des neuen Vereins war eine Austellung über frühmittelalterliche Bestattungen zum Jahreswechsel 1986/87. Sie entstand in Zusammenarbeit mit Werner Jährling und war in der Groß-Gerauer Volksbank Zweigstelle Dornheim zusehen.

Die nächste Veranstaltung war eine Bilderausstellung in der ev. Kirche am 04.10.1987 im Rahmen des Röhrschersfestes. Außerdem zeigte der HGV-Dornheim noch 22 für die Ortsgeschichte wertvolle Urkunden den Besuchern.

Der erste Gemarkungsrundgang war am 29. März 1987. Zu diesen Rundgängen kamen später noch Gemarkungsrundfahrten hinzu.

Nach mehr als 300 Jahren Pause wurde die erste Füllimbs am 2. Juni 1988 in der Hofreite von Heinrich Schneider in der Gernsheimer Landstraße gefeiert. Die Füllimbs wurde dort noch mehrere Jahre ausgerichtet, bis der Hof nicht mehr für die Besucherzahl ausreichte. Deshalb wich man in die Halle des Boden- und Beregnungsverbandes Dornheim in der Taunusstraße aus. Seit 2004 wird die Füllimbs wieder im Ortskern gefeiert, zunächst auf dem Parkplatz neben der Kirche und seit 2006 im Hof der alten Schule.
Dass dieses Fest wieder stattfand, ist nicht zuletzt der Beharrlichkeit und dem Engagement von mehreren Vereinsmitgliedern u. a. von Heinrich Schneider und Ludwig Luckhardt zu verdanken.

Am 6. Oktober 1988 hielt Prof. Dr. Metzner im Blauen Salon der Riedhalle einen interessanten Vortrag über die Bedeutung der Ortsnamen im hessischen Ried.

Einen Vortrag über die Schulgeschichte in Dornheim hielt am 27. April 1989 Werner Jährling.

Im Februar 1990 wurde Ernst Spalt zum ersten Ehrenvorsitzenden gewählt.

Anlässlich des Hessentages im Juni 1994 konnten - bei der Feierstunde zur Ehrung Hessischer Gesangvereine - zwei Vereinsmitglieder, darunter der Vorsitzende Ludwig Luckhardt, der damaligen Hessischen Wissenschaftsministerin Evelis Mayer ein Dokument der Dornheimer Ortsgeschichte übergeben. Es war ein Foto Ihres Großvaters Philipp Marquart, der von 1913 bis 1932 Pfarrer in Dornheim war. Die Verwandschaftsbeziehung zwischen dem evangelischen Pfarrer und der Ministerin war einem Vereinsmitglied bei einem Gespräch anläßlich der Einweihung der neuen Stadtbücherei aufgefallen. Dank weiterer Recherchen von Ludwig Luckhardt konnten der Ministerin weitere private Dokumente übergeben werden, worüber Sie sich sehr freute.

1994 wurde das Denkmal der Gefallenen des Ersten Weltkrieges 1914-1918 restauriert. Es befindet sich jetzt auf dem Dornheimer Friedhof. Bei der Antragsbegründung in der Stadtverordnetenversammlung von Groß-Gerau wurde besonders betont, dass auf dem Denkmal die einzige öffentlich sichtbare Erinnerung an die Dornheimer jüdische Gemeinde verzeichnet ist. Die zwei dort aufgeführten gefallenen Dornheimer Juden sind:

Alfred Pappenheimer, gefallen am 04. August 1916
Emil Pappenheimer, gefallen am 15. Oktober 1916

Die Inschriften aller Gefallenen auf dem Denkmal, gewidmet von der Gemeinde Dornheim 1922, wurden erneuert, so dass man Sie wieder lesen kann.

Im Dezember 1994 besuchte eine Abordnung aus Dornheim auf dem Jüdischen Friedhof in Groß-Gerau das Grab von Herz Kiefer, der einer der 23 Begründer der Dornheimer Feuerwehr war. Die Abordnung bestand unter anderem aus Ludwig Luckhardt, dem Ehrenvorsitzender der Dornheim Feuerwehr und Andreas Appel, dem Vorsitzenden des HGV-Dornheim.

Im Januar 1995 setzten sich der HGV-Dornheim für den Erhalt der Hochwassermarke vom 3. Januar 1883 an der Sandsteinbrücke in der Bahnhofstraße über den Scheidgraben erfolgreich ein.

Am 4. Mai 1995 war die offizielle Einweihung des Gedenksteins für die zerstörte Dornheimer Synagoge. Die Synagoge, die 1863 erbaut worden war, wurde 1938 in der Progromnacht von Männern der SA zerstört. Dass es diesen Gedenkstein überhaupt gibt, ist mehrenen Vereinsmitgliedern zu verdanken, die sich hartnäckig für ein solches Mahnmal einsetzten.


Am 18. Januar 2001 veranstaltete der Heimat- und Geschichtsverein einen Vortrag im Rathaussaal mit dem Dornheimer Rechtsanwalt und Notar Philipp Spalt. Er sprach über Betreuungsverfügung, Patientenverfügung, Testament und Erbrecht. Da über 100 Besucherinnen und Besucher gekommen waren, musste der Raum wegen Überfüllung gesperrt werden.

Das Ehrenmal für die Gefallen des Krieges 1870 – 1871 (Deutsch-Französischer Krieg) auf dem Friedhof in Dornheim, wurde 2001 im Auftrag des HGV vom ortsansässigen Steinmetzmeister Heinrich J. Krumb dankenswerter Weise kostenlos restauriert.

Im April 2004 wurde unter der Leitung von Ludwig Luckhardt, dem Vorsitzenden des HGV, eine Bilderausstellung im Saal des ehemaligen Rathauses in Dornheim durchgeführt.

Am 9. Januar 2005 gab es bei mildem Winterwetter einen von über 150 Teilnehmern besuchten Ortsrundgang durch Dornheim. Dieser Rundgang wurde von Ludwig Luckhardt und dem stellvertretenden Vorsitzenden Jürgen Müller ausgearbeitet. Sachkundig konnte Jürgen Müller den Teilnehmern vielfältige Informationen zu alten Gebäuden und ihre frühere Nutzung erläutern.

Am 19. Mai 2005 hielt Prof. Dr. Schallmayer, Direktor des Saalburgmuseums, auf persönliche Einladung des Bürgermeister der Kreissstadt Groß-Gerau und Vorsitzenden des HGV Karl Helmut Kinkel, einen Vortrag über Kelten, Römer und Germanen in Hessen. Zu diesem Vortrag im großen Saal der Riedhalle fanden sich mehr als 110 Besucher ein.

Bei der Jahreshauptversammlung am 13. Januar 2007 wurde Ludwig Luckhardt zum zweiten Ehrenvorsitzenden gewählt.

An der offiziellen Verabschiedungsfeier der Kreisstadt Groß-Gerau von Bürgermeister Karl Helmut Kinkel am 10. Juli 2007 nahmen auf Einladung des Magistrates der Kreisstadt Groß-Gerau Vertreter unseres Vereins als Ehrengäste teil.
Der scheidende Bürgermeister Helmut Kinkel war in seiner Amtszeit von Juli 2001 bis Juli 2007 auch noch von April 2004 bis Januar 2007 Vorsitzender des HGV Dornheim 1986 e.V.

Am 04. April 2009 hat der HGV-Dornheim am Heißfeldwald eine Erinnerungstafel für die Sieben-Geschwister-Eiche enthüllt. Am 13.11.1999 wurde diese mehrstämmige Eiche gefällt. Viele unserer Dornheimer Mitbürger kannten diesen Baum, der fast zwei Jahrhunderte den Dornheimer Wald zierte. Um an dieses Naturdenkmal und seine Geschichte zu erinnern, pflanzte der Heimat- und Geschichtsverein Dornheim am 03.04.2000 neue Eichensetzlinge an gleicher Stelle. Der Verein möchte mit der Aufstellung einer Bildtafel an diesen Baum erinnern.