Heimat- und Geschichtsverein Dornheim 1986 e.V.

Stadtkernarchäologie:
Ergebnisse zur Römischen Geschichte von Mainz

Am Freitag, den 14. März 2008 besuchten Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins Dornheim 1986 e.V. in Biebesheim den Vortrag Stadtkernarchäologie: Ergebnisse zur Römischen Geschichte von Mainz der Hauptstadt der Provinz "Germania Superior".

Die zahlreichen Besucher, darunter mehr als 10 % vom HGV-Dornheim, wurden vom dem Vorsitzenden des HGV Biebesheim Herrn Norbert Hefermehl begrüßt.

Der sehr interessante Vortrag wurde von Frau Dr. Marion Witteyer von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland - Pfalz / Direktion Landesarchäologie in Mainz, im Auftrag des Heimat- und Geschichtsvereins Biebesheim e.V. im Tagesraum des Altenwohnheims in Biebesheim gehalten.

Frau Witteyer betonte besonders zuerst, dass sich die Historiker der Landesarchäologie in Mainz sich sehr um ein gutes Miteinander mit den Baufirmen bemühen.

Mogontiacvm - Mainz ist eine römische Gründung um ca. 13 v. Chr. war Provinzhauptstadt, hatte aber anders als Köln oder Trier keine römischen Stadtrechte. Keimzelle von Mainz war das Zweilegionenlager von 36 ha für 12.000 Soldaten. Die gesamte Stadt umfasste am Anfang über 200 Hektar wie die Reste der römischen Stadtmauer belegen, mit ca. 30.000 bis 40.000 Zivilisten. Es gab aber auch schon eine Besiedelung in vorrömischer Zeit, die sehr schön in der Lothar - Passage in Mainz zu sehen ist. Die Truppenangehörige und die zugewanderten Zivilisten des römischen Mainz kamen aus dem ges. römischen Weltreich, wie die Inschriften z.B. der Denkmäler für die Ewigkeit (der Römischen Gräberstraße in Mainz - Weisenau) bezeugen.

Mainz - Castel war schon am Anfang der Römerzeit von Mainz ein Teil von Mainz. Es war ein kleiner Militärposten, aber als Rechtsreiniger Brückenkopf sehr wichtig, deshalb auch zuerst mit einer Schiffsbrücke, später mit einer Bogenbrücke, fest mit Mainz verbunden.

Mainz war anfangs hauptsächlich ein Truppenlager mit einem riesigen Haupteingangslagertor des Legionslager in Richtung Germanien. Eine der Hauptstraßen war die Straße vom Legionslager zum Rhein (Rheinbrücke). Mainz war ein sehr nasser instabiler Baugrund, deshalb Aufschüttung durch Sand, Kies, Balken und Holzkonztruktionen. Es finden sich auch immer wieder Reste von Trenagen. Eine Landgewinnung in Mainz fand auch durch die Rheinuferbefestigung aus Caissonhölzern statt. In Mainz finden sich viele Zeugnisse der römischen Besiedelung neben den Resten der verschiedenen Stadtmauern, des Legionslagers, der Bogenbrücke und den vielen Grabdenkmälern noch z.B. Reste des Theaters, der Bogenbrücke, der öffentlichen Badeanlage, des Isis- und Mater Magna - Heiligtums und der römischen Schiffe.

Von dem römischen Feldherrn General Drusus, der bei einen Expension an der Elbe verstorben und in Rom bestattet wurde, befindet sich in Mainz von seinem Mainzer Gedenkgrab nur noch der Druseskenotaph.

In Mainz findet man, gegenüber Köln und Trier, nur wenig gehobener Wohnkomfort z.B. das Orgheusmosaik.

Der Niedergang von Mainz begann mit dem Abzug einer der beiden Legionen, so dass das Zweilegionenlager viel zu groß für die nur noch 6.000 römischen Soldaten war. Der weitere verstärkte Niedergang des römischen Mainz war spätestens im 3. Jahrhundert, als nach dem Fall des Limes, Mainz wieder Frontstatt wurde. Die Stadtmauer wurde weiter verstärkt. In der Mitte des vierten Jahrhundert wurde die letzte Mainzer Legion aufgerieben und das Legionslager aufgegeben. Es wurde eine teilweise neue Stadtmauer aus den Resten des Legionslagers gebaut . Die Stadt-Mauer war 3 Meter breit und der verkürzte Mauerring umfasste nur noch 90 Hektar. Nachweisbar sind im Jahr 395 in Mainz noch römische Schiffe repariert worden . Im Jahr 406 erlitt das römische Mainz sehr große Zerstörungen, aber bis in die Mitte des fünften Jahrhundert ist noch römische Geschichte in Mainz zu finden.

Ein weiterer sehr gründlich recherchierter Vortrag, in der langen Reihe der Biebesheimer Vorträge.