Heimat- und Geschichtsverein Dornheim 1986 e.V.

60 Jahre Merck Werk Gernsheim

Am Samstag, den 31. Mai 2008 besuchten Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins Dornheim 1986 e.V. den Tag der offenen Tür der Firma Merck im Gernsheim, anlässlich der Geburtstagsfeier "60 Jahre Merck Gernsheim".
Wir konnten schon am Anfang im Empfangszelt zahlreiche gut dargestellte Informationen über die wichtigsten Standortprodukte, wie die Herstellung der Vorstufen- und Zwischenprodukte für die weltweite Flüssigkristallproduktion, Kieselgel für die Chromatographie, Aufdampfmaterialien und Perlglanzpigmente erhalten. Die Wirkung der Merckschen Perlglanzpigmente konnte man bei den ausgestellten Autos und Motorrädern gut erkennen.
Außerdem gab es unter anderem noch Informationsstände über Personal und Ausbildung, die Arbeitssicherheit, die BKK Merck, den Betriebsrat, und über die technischen Werkstätten mit ihrer breiten Aufgabenpalette. So konnten sich die Besucher im Empfangszelt auch gleich zu verschiedenen geführten Rundgängen (Besichtigung der Werksfeuerwehr, den technischen Werkstädten, den analytischen Labors und der Kieselgel- und der Pigmentproduktion) anmelden. Die Werksrundfahrt mit sehr umfangreichen Informationen durch das Werk verschaffte uns gleich einen ersten Einblick über eine der größten Produktionsstätten der weltweiten aktiven Merck-Gruppe.
Nach Rundfahrt und mehreren Rundgängen war es sehr angenehm, dass im Betriebsrestaurant in angenehmer Umgebung, mit Blick auf den Rhein, für das leibliche Wohl der Besucher durch verschiedene warme Speisen und kühle Getränke gut gesorgt war. Die Spenden für das von Merck Gernsheim unterstützte Kinderheim in Jhumritelaiya/Indien haben wir sehr gern gegeben.

Nachdem im Werk Darmstadt nach den zweiten Weltkrieg über 70 Prozent der Produktionsanlagen zerstört waren, kamen die Wideraufarbeitungsarbeiten nur sehr langsam in Gang. Außerdem waren nach dem Ende des Krieges Rohstoffe in Deutschland knapp und deshalb die einheimischen Quellen sehr gefragt. 1947 wurden deshalb in den Rheinauen und auf den Feldern rund um Gernsheim von Merck --Mitarbeitern Brennnesseln und Steckäpfeln geerntet. Die "Heilkräuter" wurden auf dem Fabrikgelände am Rhein getrocknet und waren damals wichtiger Rohstoff für die Arzneimittelproduktion von Merck. 1948 mietete Merck Gebäude und Anlagen der stillgelegten Zuckerfabrik in Gernsheim und begann sofort mit der Gewinnung von Rohstoffen für die Alkaloid-Produktion. Schon im Juni 1948 erhielt Merck vom Hessischen Ministerium für Wiederaufbau die Genehmigung zur Produktion von damals dringend notwendigen Pflanzenschutzmitteln. In Gernsheim gehörte zu den ersten Produkten auch das Schädlingsbekämpfungsmittel "Jakutin" in Form von Räucherstäbchen gegen Hausungeziefer aller Art. "Jakutin" wurde damals auch als Schafsbad angeboten. Ein sehr wichtiges Produkt war in den fünfziger und sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts auch die Produktion des Insektizids Hexachlorcyclohexan, bekannt auch unter dem Namen "Lindan". 1954 kaufte Merck von der Südzucker AG die Gebäude und das Gelände in Gernsheim. Das heute sehr großzügige 92 Hektar große Werkgelände, mit seiner hervorragender Infrastruktur (z.B.: Die Kläranlage reinigt auch die kommunalen Abwässer der Gemeinde Biebesheim) ist zurzeit nur zu etwa einen Drittel ausgebaut. Die gute Anbindung an das Autobahnnetz, und der sehr nahe gelegene Container-Terminal des Gernsheimer Hafens ist für eine gut funktionierte Logistikkette für den Container --Verkehr von und nach Übersee sehr wichtig. Gute Standortfaktoren sind für das Gernsheimer Werk auch die Nähe zum Hauptwerk Darmstadt und zum Flughafen Frankfurt am Main. Mit seinen über 900 Mitarbeitern, die ca. 800 verschiedene chemische Produkte produzieren, ist das Werk Gernsheim der Firma Merck KGaA schon heute der zweitgrößte Arbeitgeber im Landkreis Groß-Gerau.

Der Vorstand des Heimat- und Geschichtsvereins Dornheim 1986 e.V. bedankt sich bei der Firma Merck, Werk Gernsheim für die Führungen, die Rundfahrt, das Essen und Trinken und auch für die Auftritte auf der Showbühne. Das Blasorchester Gimbsheim z.B. hat uns sehr gefallen.