Heimat- und Geschichtsverein Dornheim 1986 e.V.

Tagesausflug in die Rhön

Am Samstag, den 04. August 2007 wurde vom Heimat- und Geschichtsverein Dornheim 1986 e.V. ein Ausflug in die Rhön durchgeführt. Es nahmen an dem eindrucksvollem Ausflug 19 Personen teil.
Die Rhön, das „Land der offenen Fernen“

Die Rhön ist ein Mittelgebirge im Grenzgebiet der drei deutschen Bundesländer Hessen, Thüringen und Bayern, mit dem höchsten Berg die Wasserkuppe. Der Name Rhön ist vermutlich keltischen Ursprungs.
Die Rhön
Nachgewiesen ist die keltische Besiedlung der Milseburg, wo sich eine größere keltische Stadt befand. Zusätzlich fanden sich Ringwallanlagen die keltischer Ursprung sein können. Viele der in der Rhön vorkommenden Orts-, Berg- und Flurnamen gehen auf keltische Sprachwurzeln zurück. Bis in das 10. Jahrhundert gehörten Teile der Rhön zum Altgau Buchonia. Dieser Begriff bezeichnet einen Urwald aus Buchen in der Rhön und den benachbarten Mittelgebirgen Spessart und Vogelsberg.

Die Wasserkuppe

Nach der gemeinsamen Fahrt mit eigenen PKW' s von Dornheim aus in die Rhön, wurde der Tagesausflug mit dem Besuch der mit 950 m über N.N. hohen Wasserkuppe, dem höchsten Berg Hessens und auch der Rhön begonnen. Die Wasserkuppe ist eins der markantesten Wahrzeichen der Rhön – das Land der offenen Fernen.
Die Wasserkuppe
Zuerst nach der Ankunft auf dem Wasserkuppengelände unternahmen wir gemeinsam mit unserem Sach- und Ortskundigen Führer Josef Merkowitsch aus der Rhön einen gemütlichen Spaziergang mit ausführlichen Erklärungen und Erkunden der vielen Möglichkeiten, die dieses sich sehr lohnende Ausflugsziel bietet. Das anschließende reichhaltige sehr gute Mittagessen in der Speisegaststätte auf der Märchenwiese mit den märchenhaften Preisen, hat uns allen, nach der langen Fahrt, sehr gut getan.
Die Wasserkuppe hat im Zuge der Kolonisierung des Gebirges zwischen 800 und 1700 ihren natürlichen Waldbestand verloren und es entstand die nicht nur von den Bergwanderen so beliebten grünen Wiesen matten mit den sehr anspruchslosen Pflanzengesellschaften. Sie bilden den eigentlichen Reichtum der Rhön, eine Kulturlandschaft, die durch Ernennung zum Biosphärenreservat der UNESCO im März 1992 eine hohe Würdigung erfahren hat.
Es gibt kaum einen Tag im Jahr, an dem nicht der Wind über die Wasserkuppe pfeift. Das Klima der Wasserkuppe entspricht seiner Höhenlage und wird als sehr herb und rauh bezeichnet, mit den mehr als 250 Nebel- und mehr als 150 Frosttagen im Jahr. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 4,5°C und es fallen jährlich durchschnittlich 1155 mm Niederschlag. Mit mehr als 100 kleinen und großen Quellen rund um die Wasserkuppe ist der Name des höchsten Rhönberges mehr als gerechtfertigt.
Wir hatten bei unserem Besuch sehr warmes Wetter (>20°C), keinen Regen oder Nebel, sondern sehr schönen Sonnenschein (viele Fahrtteilnehmer holten sich einen kleinen Sonnenbrand).
Die Wasserkuppe ist seit 1911 auch ein Berg der Flieger. Heute finden sich dort unter anderem Segelflieger, Motorflieger, Drachenflieger, Gleitschirmflieger und auch die vielen Modellflieger.
Nicht nur das 2006 erweiterte Deutsche Segelflugmuseum begeisterte einige Fahrtteilnehmer, sondern auch der Fußweg vom Tower zum Gipfel und zum Fliegerdenkmal von 1923 war für andere Fahrtteilnehmer sehr interessant.
Die höchste Stelle des Mittelgebirges ist zum Glück kein militärisches Sperrgebiet mehr. Von den vier Kuppeln auf der Wasserkuppe steht noch eine Radarkuppel, das so genannte Radom, dass mit seiner wabenförmigen Außenhaut an einen überdimensionierten Fußball erinnert. Die weithin sichtbare letzte Kuppel soll nicht abgerissen werden, sie ist zu einem festen Bestandteil des Bildes der Wasserkuppe und als Landmarke des höchsten Punktes in Hessen nicht mehr wegzudenken. Der neue Eigentümer die Stadt Gersfeld will das Radon an die Drachen- und Gleitschirmflieger-Vereine zur Nutzung übergeben (das Betonsockel – Gebäude soll ein Vereinsheim werden). Die Kuppel des Radon, das erst nach dem Fall der Mauer gebaut wurde und selbst nie militärisch genutzt wurde, soll nach dem Ausbau (für rund 220 000 Euro) und der touristischen Erschließung für Besucher geöffnet werden. Es fehlt nur noch die Zustimmung des Regierungspräsidiums Kassel.
Sommerrodelbahn
Bei den sehr guten Wetterbedingungen bei unserem Ausflug sahen wir viele Segelflugzeuge im Schlepp von Motorfliegern aufsteigen und viele Motorflieger starten und landen.
Die Doppel-Sommerrodelbahn, die 700 m lange Riesenrutschbahn und die 1000 m lange Rhönbob-Bahn begeisterten nicht nur unseren sehr jungen Fahrtteilnehmer. Vier der jüngeren Fahrtteilnehmer gefiel es so gut auf der Wasserkuppe, mit den vielen verschiedenen Rodelbahnen, dass sie an den weiteren Ausflugsstationen nicht mehr teilnahmen.

Fuldaquelle

Auf der Fahrt von der Wasserkuppe zum Schwarzen Moor machten wir noch einen kurzen Halt zu der Besichtigung der Quelle der Fulda, unterhalb der Kleinen Wasserkuppe in 855 m Höhe. Von der Fuldaquelle waren wir alle sehr beeindruckt, besonders die Kinder und unser Hund. Der Rhönklub hat die Fuldaquelle gefasst und eine kleine Anlage mit Bronzetafel und folgender Inschrift geschaffen.

Fuldaquelle
Hier halte Rast! Dich labt die Quelle
Der Fulda, mit klarer Welle
Den Berggruß rauschend trägt einher.
Sie wächst zur Werra hingezogen,
zum Deutschen Strom und senkt die Wogen
als Weser schiffbelebt ins Meer.


Schwarzes Moor

Der vorletzte Teil des Tagesausfluges galt dem Besuch des Schwarzen Moors das in unmittelbarer Nähe des Dreiländerecks von Hessen, Bayern und Thüringen liegt.
Schwarzes Moor
Zuerst betrachteten wir im Eingangsbereich den Tor bogen, der ein Zeugnis des dort von 1936 bis 1940 bestehenden Reichsarbeitsdienstlagers ist. Die Wanderung über den Bohlenpfad (teilweise mit Geländer) von ca. 3 km mit den vielen Informationstafeln führte durch die verschiedenen Moorbereiche u. war ein außergewöhnliches Erlebnis.
Das Moor ist in seinen Randbereichen durch früheren Torfabbau u. besonders durch die Entwässerung nicht mehr sofort als Moor erkennbar. In den Kernbereichen sind die charakteristischen Pflanzen sehr viel zu bestaunen. Moorauge, Beersträucher, Wollgras, Sonnentau u. die Karpatenbirgen sind reichlich vorhanden, nach Aussagen war das jetzt teilweise bewaldete Moor bis ca. 1920 noch fast unbewaldet.

Kloster Kreuzberg

Das Kloster Kreuzberg war unser letztes Tagesziel, es steht auf dem landschaftlich sehr reizvollen Kreuzberg, der als der Heilige Berg der Franken bezeichnet wird. Mit 928 m über N.N. ist der Kreuzberg das bekannteste und höchste Ausflugsziel in der Bayerischen Rhön und gehört zum Regierungsbezirk Unterfranken.
Schwarzes Moor
Der Kreuzberg mit dem Kloster, der Wallfahrtskirche und dem Kreuzweg mit den Bildkapellen zu den drei steinernen Golgate-Kreuzen ist ein viel besuchter Ausflugs- und Wallfahrtsort. Von 1681 bis 1692 wurde von den Franziskanern das Kloster und die Wallfahrtskirche erbauen gelassen. Für die Führung im Bereich des Klosters danken wir unserer ortskundigen Führerin Silvia Wetzel aus der Rhön sehr.
Das in der eigenen Klosterbrauerei seit 1731 hergestellte viel gerühmte und preiswerte Klosterbier hat uns in der rustikalen Atmosphäre der Klosterwirtschaft, zusammen mit dem schmackhaften preiswerten Speisen (besonders den vorbestellten Schweinehaxen), zum Abschuss unseres Tagesausfluges sehr gefallen.
Die Fahrtteilnehmer danken Frau Silvia Wetzel, Herrn Josef Merkowitsch u. den beteiligten Vorstandsmitgliedern des HGV – Dornheim 1986 e.V. für die Planung und Durchführung des Tagesausfluges zu diesem lohnenden Ausflugsziel.