Heimat- und Geschichtsverein Dornheim 1986 e.V.

Die Dornheimer Glocken

Herrn Wolfgang Köhler hielt am Donnerstag, den 25.Oktober um 20:00 Uhr einen Vortrag über in "Die Glocken der 1810 erbauten Evangelischen Kirche St. Michael" im Dornheimer Rathaussaal.
Alle Besucherinnen und Besucher darunter drei der elf Gründungsmitglieder unseres Vereins (Frau Marie Schaffner, Herr Werner Appel u. Herr Wolfgang Köhler) wurden von unseren Vorstandsmitglied Frau Sabrina Appel herzlich begrüßt.

Herr Wolfgang Köhler trägt am Anfang seines Vortrag über die Dornheimer Glocken das Gedicht von Schiller "Die Glocke" vor.

Im seinen Vortrag stellt Herrn Pfarrer i.R. Wolfgang Köhler sehr intensiv und anschaulich dar, wie die Kirchenglocken in zwei Weltkriegen den militärischen Bedürfnissen geopfert werden mussten, und mit welcher Anstrengung die Gemeinde sich anschließend wieder neue Glocken beschafft hat.

In Dornheim gibt es seit dem 30 jährigen Krieg Glocken, das durch viele alte Rechnungen bekannt ist.
In Kriegeszeiten mussten nicht nur die Dornheimer Gemeinde ihre Glocken an den Staat abgegen. Diese große Opfer während des vorletzten Kriegsjahr 1917 ist in Bild festgehalten wurden. Das Bild zeigt die Verabschiedungsfeier der Dornheimer Gemeindeglocke und der beiden Kirchenglocken. Um ihre größte Glocke zu retten wollten die Dornheimer statt dessen die kleinste Glocke abgeben.
Sie hatten damit leider keinen Erfolg, sie mussten die Mehrkosten für das Abhängen der größten Glocke und das Wieder aufhängen der kleinsten Glocke noch zusätzlich bezahlen.
Schon im Jahr 1920 konnte vier neue Glocken von Dornheim gekauft und wieder im Kirchturm montiert werden. Leider musste dabei die noch vorhandene letzte kleine Dornheimer Glocke in Zahlung gegeben werden.
Die damals herrschende Hoffnung, dass die Glocken jahrhundertelang ihren Schall über Dornheim ertönen lassen, erfüllte sich leider nicht.
In den Kriegsjahren anfangs der vierziger Jahre wurden ebenfalls wie im ersten Weltkrieg drei der vier Glocken für Kriegszwecke abgeholt. Die letzte im Kirchturm befindliche Glocke zerbrach vor der Kirche beim Brand der Dornheimer Kirche nach dem Angriff eines amerikanischen Fliegers am 12. Dezember 1944.
Nach dem zweiten Weltkrieg dauerte es sehr viel länger, bis mit großartiger Hilfe der Bevölkerung (Spenden und Haussammlungen) am 03. Oktober 1958 wieder vier Glocken mit dem Gesamtgewicht von 2062 kg in der Glockengießerei Gebr. Bachert in Bad Friedrichshall-Kocherndorf gegossen und am 30. November 1958 in Dornheim geweiht werden konnten.
Bei dem Bild der großen Begrüßungsfeier der vier neuen Glocken vor der Kirche, konnte unser Kassenprüfer Heinz Feldmann sich als Schulkind wiedererkennen.
Sehr interessant waren auch die nachfolgenden Mitteilungen des sachkundigen Groß-Gerauer Besucher Herr Heinz-Jochen Walther, dass es im Stadtgebiet von Groß-Gerau in 7 Kirchentürmen insgesamt 24 Glocken gibt.
Die beiden ältesten Glocken im Stadtgebiet von Groß-Gerau befinden sich im Glockenturm der 1968 eingeweihten Katholischen Kirche Sankt Johannis in Dornheim.
Sie sind in den Jahren 1754 und 1845 gegossen und wurden am 29. Dezember 1966 von Bingen-Büdesheim nach Dornheim eingeholt. Sie waren ein Geschenk der katholischen Kirchengemeinde Sankt Martin in Büdesheim an die Katholische Kirchengemeinde Sankt Johannes in Dornheim.
Im Jahre 2008 können wir die beiden Jubiläen 50 Jahre Glocken in der Evangelischen Kirche Sankt Michael in Dornheim und 40 Jahre Glocken in der Katholischen Kirche Sankt Johannes in Dornheim feiern.
Der Vorstand des HGV Dornheim 1986 e.V. war sehr erfreut darüber, dass vier der 23 im Jahr 2007 neu eingetretenen Vereinsmitglieder (Frau Margareta Schmidt, Herr Jürgen Polster, Herr Meinhard Semmler und Herr Ali Khodaverdian) bei diesen geschichtlichen Vortrag anwesend waren.

Zum Schluss des sehr gut vorbereiten und anschaulich durchgeführten Vortrages bedankte sich das Vorstandsmitglied Frau Sabrina Appel bei Herrn Wolfgang Köhler als Vorsitzender des Vereins Partnerschaft Dritte Welt Dornheim 1980 e.V. mit einer kleinen Spende für die sehr wichtige Projektarbeit des Vereins Partnerschanft Dritte Welt in Kenia.